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falterflügel

purpur rot und samtig weich

öffnet sich der blütenkelch

und offenbart die knospe

die er im innern birgt.

von lust bewässert

wächst sie aus ihrem tiefen grund hervor

gefüllt mit leidenschaft reift sie heran

entwickelt schimmernden perlmuttglanz

auf ihrer prallen oberfläche.

entpuppt sich -

und gebiert mit einer explosion

ein ganzes volk von schmetterlingen...

bereit, das universum zu beflügeln

26.10.06 11:39


wärmewonnen

wunderbare wärme steigt in mir auf

gelangt an alle meine pole.

wie wellenkreise, die dicke regentropfen

dem spiegelglatten see entlocken

betropft mich deine zärtlichkeit

und füllt mich an mit diesen unstillbaren fluten

die herz und hirn

und bauch und becken

überschwemmen ...

ich verschwimme -

wie mein spiegelbild auf dem bewegten wasser.

die zeit zerfällt in viele lustsekunden

von denen jede wie ein lichtjahr wonne ist.

langsam nur erlang ich meine fassung und kontur -

erkenn mich selber wieder

so wie die zarten spuren

die du mir eindringlich hinterlassen hast.

26.10.06 11:13


Liebermanns Dahlien

Ein Versprechen seid ihr!

Und ein Abschied.

Dicke rote Sterne -

Sonnengartenluftkorallen.

Mit euren verheißungsvollen Röhrenblättern

lockt ihr noch immer Bienen an,

die sich sommermüd und träge

an eurem süssen Nektar laben.

Es scheint, ihr lächelt milde,

wenn ihr mit euren Knubbelknospen

dem ersten Nachtfrost widersteht.

Noch lange werden eure schlanken Stängel

die schweren Blütenköpfe in den Himmel heben -

der Sonne wieder näher,

weil euch das Laub bereits zu Füssen liegt.

Wie liebesrote Herzlaternen

beleuchtet ihr

die ersten Schritte in die dunkle Jahreszeit.

Und glüht uns vor fürs nächste Blütenjahr!

 

21.10.06 23:25


Wut im Bauch

Wut ist das und Trauer -

Ohnmacht und Verzweiflung.

Nicht laut nach aussen,

sondern still zerstörerisch nach innen.

Legt sich zuerst auf meinen Sehnerv

und macht mich blind für Licht und Farben.

Gebiert in meinem Herzen ein Gefühl,

das schwer und steinern lastet.

Und lähmt auch alle andern Sinne:

Macht stumm und taub

und fesselt mich an mich.

21.10.06 21:34


grauer abendhimmel
erhellt von gelben sonnenfetzen
prallt ab am eisenbaldachin
des hauptbahnhofs -
wird zurück gedrängt
von den geschäftigen lauten
des reiselebens.
unverstehbare lautsprecheransagen
mischen sich
mit ohrenbetäubendem baulärm
und dem archaischen asthma
der eisenbahnbremsen -
menschen bahnen sich den weg
durch die geräusche
die sich zu unsichtbarem widerstand
verbunden haben
jeder scheint sich fremd zu fühlen
und eilt dem ort entgegen
der ihn als freund empfängt

21.10.06 09:47


was wäre ich wohl ohne dich -
und was tät ich dann?
alleine müsste ich zum bahnhof fahren
und ohne abschiedsblick
in meinen d-zug steigen

unentschlossen stünd ich
dem angebot der obstfrau gegenüber
wenns kein lieblingsessen gäbe,
das ich dir kochen könnte
mein kühlschrank bliebe leer
so wie mein bett

picassos erste wunderbare werke
müsste ich genießen
ohne deinen kunstverstand
und mein spaziergang durch den schloßpark
wäre stumm und einsam

auf deine meinung müsste ich verzichten
wenn du mit leiser ironie
mein leben kommentierst
nur bruchstückhaft wär mein genuss
weil potenzierung durch dich fehlte

so ist es ohne dich!
21.10.06 09:41


herbst

die erste kalte nacht

der boden friert

wie mein herz

gelbe blätter

halten sich

mit letzter kraft

an ihren ästen fest 

doch widerstehen nicht

der macht der zeit

und segeln 

mit dem nächsten windstoß

ihren letzten flug.

sie sammeln sich

am feuchten boden

um im letzten

sonnenlicht

gemeinschaftlich

zu bräunen 

 

17.10.06 22:24


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